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1. September 2011 / 12:48

Freunde von RTL? – Das Gamescom-Debakel

Als das Realsatire-Magazin „RTL Explosiv“ vor einigen Tagen einen lamen und klischeebeladenen Beitrag über die Besucher der Gamescom veröffentlichte, hatte der Sender RTL wohl nicht mit dem Shitstorm gerechnet, der sich schon kurze Zeit später über ihm entlud und sogar die Nicht-Organsiation Anonymous gegen sich aufbrachte. (rtl.de war für mehrere Stunden nicht mehr erreichbar)

„Sollten irgendwann DOCH Ausserirdische bei uns auf der Erde landen, könnten sie auf folgender Veranstaltung wirklich enge Freundschaften schließen.“

krächzte eine verkniffen dreinblickende Nazan Eckes in die Kamera.
Danach ging es hart auf hart: Die friedlichen Besucher der Gamescom wurden zunächst als morgentliche Trunkenbolde dargestellt („ist es merkwürdig […] dass diese 3 Jungs morgens um 9 Uhr schon ein Bier trinken?“), als latent gewaltbereit, da im Rahmen der Veranstaltung mit einer (Spielzeug-)Waffe anzutreffen und obendrein ungepflegt (sinngemäß „Kommt man vor lauter Zocken überhaupt noch zu Körperhygiene?“), sexuell unterentwickelt und vermutlich auch sonst nicht besonders sozial.

Die Gamer, die sich selbst schon immer leidenschaftlich engagiert zeigten, wenn es darum ging, Vorurteile gegen sich aus der Welt zu räumen, gingen verständlicherweise auf die Barrikaden, beschwerten sich über 11.500 mal auf der Seite programmbeschwerde.de, organisierten Protest-Gruppen auf Facebook und machten ihren Ärger in Blogs, bei Twitter und auf YouTube kund. Ein beispielloser Ausbruch an Leidenschaft, der nicht von jedem geteilt oder verstanden wurde – manchmal auch nicht von denen, die es eigentlich besser verstehen sollten.

Da konnte auch eine schnell hinterhergeschobene, halbherzige Entschuldigung von RTL nur noch mühsam die Wogen glätten: In 16 Sekunden beteuerte der Moderator, man habe keine Gefühle verletzen wollen und entschuldige sich ausdrücklich für seinen überzeichneten Beitrag. Angeblich soll er dennoch später noch ein weiteres mal versendet worden sein. Wieso auch nicht? Die Gefühle waren ja schon verletzt.

Die schönste Reaktion auf den RTL-Klogriff kam dieses mal von Giga, die in einem satirischen Video-Beitrag der Frage auf den Grund gingen, ob man bei RTL vor lauter Schmierenjournalismus überhaupt noch zu Körperhygiene kommt. (Übrigens musste Giga den Beitrag wieder löschen, da sie darin Material von RTL verwendet hatten und das deutsche Urheberrecht aus hirnverbrannten Gründen keine sinnvolle Regelung, wie das amerikanische „Fair Use“ kennt. Den zensierten und daher rechtlich unbedenklichen ;) Beitrag (ohne das Material von RTL) gibt es hier)

Ich denke, RTL kann froh sein, dass es nicht wirklich Aliens gibt, die sich auf der Gamescom Freunde suchen. Ich bin mir nämlich schon nahezu sicher, wie das enden würde…


RTL Gamescom 2011

 
 

2 Reaktionen zu Freunde von RTL? – Das Gamescom-Debakel

  1. Julika

    Nette Zusammenfassung. Ich frage mich ja, inwieweit solche Aktionen die Einschaltquoten beeinflussen. Ich schau ohnehin fast nie RTL und die Zuschauen, die ich kenne, würden sich wohl durch solch einen Fauxpas nicht betroffen fühlen. Aber einen spürbaren Knacks gab es sicherlich.

    Und pst, "kein sinnvollen Regelung". ;)

  2. Raine

    Sehr schlaue Aliens! ;-)
    Aber ich weiß gar nicht, ob Giga den Beitrag wirklich hätte löschen müssen. War ja schließlich Satire und nach dem Kalkofe Urteil wäre das doch erlaubt gewesen. Mh. :-/


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