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Meine Kanäle: Comedy & Cartoons / Reise-Abenteuer / Vlog-Schrott
 
10. Mai 2008 / 19:00
OZ (SA): May 11, 2008 / 02:30

AUSTRALIEN-REISE

Fast Food in Riverland

Straße in Süd-Australien

Wie der Ort heißt, finde ich noch heraus.
Er ist so klein, vielleicht hat er nicht mal einen Namen. Dafür liegt er an einer Biegung des Murray Rivers und hat eine Post, einen 24-Stunden-Fährservice und eine kleine Bar.
In der sitze ich jetzt, mit einem knusprigen Hamburger zwischen den Pfoten und beiße mich hungrig durchs Fleisch.

Wer einmal einen australischen Hamburger gegessen hat, versteht nicht mehr, was McDonalds und Hungry Jacks daraus gemacht haben.
Hamburger with the Lot bestehen aus einem fest ineinander verschachtelten Schichtsystem, in dem neben Salat, Tomaten und rote Beete zusätzlich noch ein Ei, Schinken und Käse eingebaut sind. Dargereicht wird das Lot zwischen zwei lockeren und leicht angebratenen Brötchenhälften, die der Mahlzeit soliden Halt geben und dabei helfen den Geschmack im Mund in ähnlicher Weise zu entfalten, wie ein wohl komponiertes Sushi.
Der Vorgang nach dem Essen ist ebenfalls ein Erlebnis und appelliert an die innere Männersau: So gibt es nichts sinnlicheres, als sich nach verzehrter Mahlzeit die eingesauten Finger abzulecken und den Rest in der Hosentasche zu verreiben. Und wenn man noch dabei einen romantischen Blick vorbei an seinem Cowboyauto auf dem abendrot beleuchteten Fluß werfen kann, wirkt das wohltuend auf die Verdauung und beruhigend aufs Gemüt.

Der Murray River

Der Murray River schlängelt sich durch die trockene Landschaft von Riverland wie eine geizige Zauberschlange, deren magischer Lebenssaft immer nur so weit reicht, wie die Sprenkleranlagen ihn befördern. Direkt am Ufer wähnt man sich noch im feuchten Holland – so hausbootig geht es zu auf dem Fluss. Nur die knorrigen Eukalyptusskelette, die vereinzelt und mangrovenartig im Wasser stehen, stören das Bild. Quäkende Enten schnattern vergnügt Hunde* in die Flucht und konfiszieren wie kleine Zollschwadronen das mitgebrachte Essen der Wochenend-Camper aus Adelaide.

Hausboot auf dem Murray River

Ein paar Schritte weiter wird das saftige Gras dann schon wieder staubig und braun – keinen Tropfen verschwendet die Natur in Südaustralien, dem laut Eigenwerbung trockensten Staat auf dem trockensten Kontinent**.
Magpies*** flöten durch den lichten Busch und gehen auch schon mal im Sturzflug auf harmlose Hobbyfilmer los. Und Ameisen – AMEISEN! – werden bis zu zwei Meter hoch – gefühlte zwei Meter – und beissen in alles, was nicht niet- und nagelfest ist – zum Beispiel Füße.

Gutes Schuhwerk ist deshalb Pflicht: Als bekennender Fußnudist hat man es schwer im Hinterland Australiens – entweder man trifft auf Horden giftiger Schlangen- und Spinnentiere, die einem das hautnahe Naturerlebnis vergällen, oder man tritt in eine stachelige Buschnuss, die im Sand versteckt liegt.
Und selbst das saftige Gras am Murray-Ufer ist nicht ohne Gefahr, denn nicht alles, was Enten machen ist niedlich.

Doch mit ein bisschen Vorsicht kann man auch dieses Hindernis meistern, und einen Waschsalon hat der Ort hier auch.
Inzwischen weiß ich übrigens, dass er Morgan heißt. Und da es eh schon spät ist, spar ich mir das schlechte Wortspiel und wünsche lieber eine gute Nacht. Die beginnt hier schon um halb Sechs.

Nacht am Murray River

* Hunde sind hier nicht erwünscht oder müssen zumindest mit doppeltem Sicherheitsdraht, Maulkorb und Keuschheitsgürtel angeleint werden. Wenn ein Hund sich daran nicht hält, bringt er seinem Besitzer eine saftigen Strafe ein.

** Ha ha.

*** Sieht aus wie eine Elster, ist aber keine. Und kann sauaggressiv werden, wenn man sie zu lange anstarrt. Vermutlich türkische Erblinie.

 
Die Kilometer dieser Strecke wurden Ihnen präsentiert vom BildBlog.

 
 


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