Der Saft ist alle
OZ (Ost): March 26, 2008 / 05:40
Und wie es sich gehört, passiert das um drei Uhr. Nachts, wenn alles schläft.
Nachtaktiv, wie Manniac ist, hat er es sich im Kofferraum seines Charliemobils bequem gemacht, seinen Laptop in die Bauchfalte geklemmt und munter den nächsten Oz-Cast zusammengeschnitten. Damit er das auch im Fahrzeug kann, hat er sich ein paar besondere Vorkehrungen ausgedacht, damit ihm zu keiner Zeit der Saft ausgeht, denn Manniacs monströs lahmarschiger Stinkpad® hat Strom zu Fressen gern.
Und das sind die Vorkehrungen:
Zum einen hat er, kurz nach dem Autokauf im Januar, seinem Fahrzeug eine nagelneue Batterie beschert. Die hat zwar fast 200 Dollar gekostet, aber das war es ihm wert, immerhin soll sie ja ein Jahr lang halten. Mit dieser neuen Batterie unter der Motorhaube und einen kleinen 220V-Inverter (Ding zum Autostrom in Strom unwandeln) kann Manniac jetzt von überall, wo sein Fahrzeug ihn hinträgt, Strom an seine liebsten elektrischen Geräte verteilen: An sein Handy, seine Videokamera, seine Fotobatterieladegerät, seinen Rasiererapperat UND seinen Laptop.
Doch natürlich kennt Manniac die Horrorgeschichte von dem Rucksackreisenden, der eines Sommers mit seinem vier-rädrigen Gefährt tief ins australische Outback vorgedrungen und dort vier Wochen später verdurstet, skelettiert, mit leerer Autobatterie, aber einem frisch aufgeladenen iPod wieder aufgefunden worden war.
Damit ihm nicht das gleiche Schicksal widerfährt, hat Manniac vorgesorgt und eine externe Ersatzbatterie mit Jumpstarter (Ding zum Starten von Autos) gekauft. Diese lässt sich leicht und bequem über den Zigarettenanzünder des Autos laden und versorgt nebenbei auch noch weitere Stromfresser, falls der Zigarettenanzünder am Auto schon belegt ist. Einziger Nachteil der Ersatzbatterie: Schon nach ein bis zweistündiger Handyakkuversorgung muss sie neu aufgeladen werden, und zwar für mindestens 30 Stunden!
Jedenfalls hat es sich Manniac zur Angewohnheit gemacht, die Ersatzbatterie nur selten zu verwenden, denn Charlie das Auto verrichtet seinen Dienst als mobile Stromstation völlig ausreichend, sofern sein Motor regelmäßig alle ein bis zwei Stunden für ein paar Minuten läuft…
Als um drei Uhr nachts das Licht der Innenbeleuchtung erlischt und der leise Warnton des 220V-Inverters ertönt, hat Manniac schon den vagen Verdacht, dass der letzte Autostart etwas länger her gewesen sein könnte als zwei Stunden. Und hatte er nicht neulich noch sein Handy direkt an der Ersatzbatterie betankt…?
Und während er nachts, um kurz nach halb vier, durch den kleinen Vorort von Melbourne meandert, auf der Suche nach einer Steckdose, mit der er seine Ersatzbatterie 30 Stunden lang laden kann, um damit dann später sein Auto zu starten, erlebt Manniac ein weiteres Mal die Welt aus einer ganz neuen, fast philosophischen Sicht: In einer elektrischen, von Ampeln, Straßenlampen und Neonreklamen erleuchteten Gesellschaft, in der Strom ein Synonym geworden ist für den Saft, der uns am Leben hält, ist der Mann ohne Steckdose nichts anderes als ein durstiger Schwimmer im Meer.




Am 25. März 2008 um 23:28 Uhr
Ich schlagee vor, das Autodach mit Solarzellen zu bedecken. Dann brauchst Du nur bis zum naechsten Morgen zu warten. Bin mal gespannt wo Du eine Stockdose aufgetrieben hast. Kling Kling - "haben Sie etwas Saft fuer mein Pferd?"
Am 26. März 2008 um 00:12 Uhr
Ach, einfach irgendwo klingeln - Brad hat man doch auch ins Haus gelassen, damit er seine Emails abrufen kann...
.rob-log.de/651/wen n-der-brad-zweimal- klingelt
http://www
Am 26. März 2008 um 08:43 Uhr
Sie sollten darauf achten, nur Qualitätsstrom zu tanken. Zum Beispiel den Bewag Qualitätsstrom im Tarif Berlin Klassik. Nur der garantiert Ihnen ein hochwertiges Stromerlebnis. Überprüfen Sie unbedingt vorher die Farbe des Stroms. Gelber Strom zum Beispiel hat den Nachteil, dass er das Fernsehbild gelb einfärbt.
en können Sie sich vertrauensvoll an den Ingenieur wenden (Herrn Bellerophon). Der kann Ihnen erklären, wie Sie eine Solarzelle herstellen können.
Ansonst
Und sehen Sie es positiv. Das sind die Tücken und Herausforderungen des modernen Cowboytums!
Am 27. März 2008 um 00:10 Uhr
ein wort! solarenergie....
Am 27. März 2008 um 15:08 Uhr
Na, das mit den Solarzellen aufm Dach ist auch nicht optimal - die müssten Sie dann jeden Tag putzen und für die Stromumwandlungsanl age müssten Sie mindestens den halben Kofferraum aufgeben...
Die Erklärung "Ding zum Autostrom in Strom unwandeln" ist aber sehr lustig :D
Am 31. März 2008 um 05:02 Uhr
Ich danke Ihnen allen für die verschiedenen Strom-Tipps! nergie ist natürlich ein naheliegender Tipp, aber Bellerophon erklärt sehr gut, warum das nicht so das wahre ist - und leider bieten diese Dinger auch nicht wirklich viel energie - jedenfalls nicht genug, um damit ein laptop zu betreiben. (vor allem nachts..)
Solare
ich muss mich wohl damit begnügen, dass ich den Motor zur Stromgewinnung einsetze...
Am 31. März 2008 um 19:42 Uhr
Mir ist am Samstag eine Lösungsmöglichkei t für Ihr Problem eingefallen, als ich in Frankfurt war und mein Funkfernsprecher keinen Zucker mehr tat, weil sich die Batterie entleert hatte. Zum Glück bestieg ich dann einen ICE, hatte ein Ladekabel dabei und konnte somit Strom aus dem Zug in den Funkfernsprecherakk u umleiten. Bis Ulm war er geladen. Bonfortionös, das ganze. Ich weiß nur nicht, ob das so auf Dauer eine sinnvolle Lösungsmöglichkei t darstellt.
Am 5. April 2008 um 02:18 Uhr
... ja ja, die Stromproblematik. Im Internet vergisst man so leicht die Zeit. Den Jumpstarter hab ich aber bisher samt Preis nur fotografiert ... fuer die \"koennte man sich vieleicht kaufen\"-Liste. Bisher mussten da immer gutmuetige Australier oder andere Reisende herhalten um das Auto anzuschieben oder zu Jumpstarten :) Sogar in der Wildnis des Mt William Nationalparks auf Tasmanien findet man hilfsbereite Leute ....
Am 7. April 2008 um 14:15 Uhr
Wie ging die Geschichte denn dann eigentlich weiter?
snah parken kann man bei den Alexandra Gardens (gegenüber Oper), WE kostenlos, MO-FR von 10 bis 15 Uhr für 1,50 die Stunde.
Falls du übrigens auch mal tagsüber bloggen willst, in der Bib und am Fed Square gibt es kostenloses Wlan inklusive Strom (im BMW-Edge).
Zentrum
Am 7. April 2008 um 18:53 Uhr
@Manu: Im Notfall findet man immer jemanden, das stimmt. Aber es ist lästig, auf die Hilfe anderer Leute angewiesen zu sein. Da bin ich schon ganz froh über den Jumpstarter.
y: Oops, hatte ich vergessen, zu bloggen :-)
@Conn
Es ging eigentlich sogar ziemlich kriminell weiter: Ich bin eingebrochen in ein Haus und habe dort die Batterie aufgeladen :)
Naja, es war nicht direkt ein Einbruch - die Türe stand ja offen, und ich war auch in keiner Wohnung, nur im Treppenhaus. Und dort war eine Steckdose. 12 Stunden Ladezeit, und anschliessend klappte es auch mit dem Wagenstart. Seither achte ich etwas genauer darauf, wie lange ich meinen Computer am Zigarettenzünder betreibe :))
Am 8. April 2008 um 23:39 Uhr
*gg* Ja, wir stellen uns mittlerweile auch den Wecker, 45 Minuten müssen reichen. ;) Hat uns gestern Morgen allerdings auch nicht geholfen, als unser Cruiser mal wieder nicht anspringen wollte.... Diesmal war's aber ausnahmsweise nicht die Batterie. Dank NRMA und "Start ya Bastard" war er aber nach 5 Minuten wieder flott. ;) Die rufen wir jetzt immer sofort an, da bekommt man gleich noch ein paar Tipps und ne Diagnose mitgeliefert, alles for free, und kann es danach selber reparieren ... also Manu kann das dann. ;)
Wieso sitzt du eigentlich in Melbourne fest (falls das noch aktuell ist)? Und wann geht's wohin weiter?
Am 9. April 2008 um 04:58 Uhr
Das mit dem Wecker ist ne gute Idee :)
Vielleicht kaufe ich mir so ne Eieruhr :))
NRMA habe ich nicht gemacht - hätte ich vielleicht.. aber ob sich das jetzt noch lohnt..?
Nein, inzwischen sitze ich nicht mehr in Melbourne, sondern bin unten bei Sorrento. Und bald geht es weiter nach Geelong!
Am 10. April 2008 um 11:11 Uhr
Ah, auf der Mornington Peninsula. Warst du schon in den Hot Springs? Seeehr entspannend, würd ich jetzt was für geben... :( Kostet aber 25$ und es gibt nur Tageskarten.
Wenn du dann weiter nach Geelong fährst, bist du wohl auf dem Weg nach Adelaide? Wohin geht's dann? In den Westen oder ins Zentrum?
NRMA kostet nur ca 150$, gilt australienweit, kommt überall kostenfrei hin und schleppt dich fast überall kostenfrei zur nächsten Werkstatt. Ob sich das rentiert kommt vielleicht auch darauf an, wie alt Charlie ist. ;)
Am 10. April 2008 um 12:51 Uhr
Nein, an den heissen Quellen bin ich schon vorbeigefahren, und zurück möchte ich nicht.
Ja, Adelaide ist das nächste grosse Ziel. Ich denke, dass ich dort ein paar Tage bleiben werde. Wenn ich nen Job finde, auch länger. und dann gehts wohl weiter nach perth
Hm, dann könnte ich es mir ja nochmal überlegen - so teuer ist es ja nicht..
Am 10. April 2008 um 13:49 Uhr
Jobmäßig sieht es hier scheinbar gerade nicht so rosig aus. Zumindest sitzen hier in Waikerie Einige fest, die für 5$/h arbeiten und vorher schon versucht hatten in Adelaide und Umgebung was zu finden. Weinernte ist aber scheinbar vorbei und die Citrussaison fängt erst in 2-3 Wochen richtig an. Willst du eigentlich überhaupt Fruitpicking oder sowas machen?