OZ (Ost): January 8, 2008 / 00:01
AUSTRALIEN-REISE
Der Suppenhahn
Der Aufdruck auf der Plastikschale behauptet, am besten sei der Hähnchenschenkel vor dem 8. Januar 2008.
Da haben der Hähnchenschenkel und mein Körper etwas gemeinsam, denn auch ich war gestern noch besser und verliere seit heute Würze und Geschmack.
Das ist das leidige Schicksal von Fleisch: Im Laufe seiner Entstehung durchläuft es die verschiedenen Stufen von Wachstum, Verfeinerung und Reife. Auf dem Höhepunkt der körperlichen Entwicklung führt dann fast jeder Weg auf eine Schlachterbank, und wie so ein doofer Suppenhahn, flattert man den Weg dorthin willig und bereit. Ehe man sich versieht, hat man dann auch schon zack! den Kopf verloren und liegt als verpacktes Stück Fleisch im Supermarkt, zeigt sein entfiedertes Beinchen, die knusprige Haut und präsentiert sich schick für die potentielle Käuferschaft.
Dann flanieren sie vorüber, die Schönen, Hungrigen und Reichen. Sie nehmen Dich in ihre Hände, prüfen Deine Farbe und Konsistenz. Wenn sie genug von Dir haben werfen sie Dich verächtlich zurück ins Regal und schnappen den Gockel neben Dir oder eine Box aus der Salatbar und bringen diese zur Kasse.
In der Nacht liegt man dann neben den anderen nicht verkauften Vögeln und starrt gemeinsam gegen die Supermarktdecke. Man hofft auf den nächsten Tag, auf neue Käufer und Feinschmecker, während gleichzeitig die Haltbarkeitszeit verrinnt.
Wenn dann eines morgens die Frühschicht durch die Regale kehrt und alle Produkte mit weniger als einem Tag Zukunft zu den Restposten kommen, tut man vielleicht ganz gut daran, sich von den Traum zu verabschieden, als Hauptgang eines Festbanketts zu enden. Wer clever ist, nutzt die Gelegenheit zum Tabula Rasa, zur Eingewöhnung an ein Leben als Ausschussware.
Oder man schnallt sich ein paar bunte Federn um den Kopf, weitet seine breiten Schwingen und fliegt nach Australien. Hauptsache man kommt an, bevor man abläuft.
Hier heißt das: “Best before: Thirty-One”
Genug gejammert. Geburtstagsessen, jetzt bist Du fällig!



Heureka! blogoff-Service: Die Zeitangabe für beide Kontinente! Was so ein Schenkel alles anstoßen kann... ;)
einfach noch ne prise oregano obendrauf ;-)
wenn das nicht reicht, schick ich noch basmati hinterher.
Ich wünsche ein bonfortionöses Älterwerdungsritua l und weiterhin viel Freude und Lebenslust!
Was die Hühnchen in der Kühltheke angeht: gab es da früher nicht immer so einen Alu-Rollo, damit es den Hühnchen in der Nacht nicht zu warm wird und sie im Dunkeln schlafen können?
Jetzt wohl das Netznirwana meine bonfortionösen Wünsche zu Ihrem Älterwerdungsritua l geschluckt. Ich hoffe, Sie bewahren Ihre Lebensfreude und enden nicht wie ein Hühnchen.
(Die poetische Formulierung ist mir leider entfallen, meine SHK war da)
Ein australisches Sprichwort sagt:
" Wer ein Jahr Älter wird in Australien, wird hundert Jahre in der Heimat"
Gut, es könnte auch sein, dass es ein albanisches Sprichwort ist.
Vielleicht habe ich es mir auch eher ausgedacht.
Egal.
Die von Herzen kommenden Glückwünsche für den Weg auf Vierzig bleiben...!
;)))
*knall* Zisch* peng* funkel* *sprüh*wusch* Das ist ein Geburtstagsfeuerwer k. Ganz viele guten Wünsche von Frau Dwarslöper und Herrn Marcellus.
Alles Alles ALLES LIEBE vom Batz!
datum...
Wickel dich einfach in Frischhaltefolie und denk dran, es gibt ein Leben nach dem Mindesthaltbarkeits
bis dieser Gruß um die halbe Welt gezogen ist, ist er auch schon älter geworden, nichts desto troz von ganzem Herzen alles Gute für die nächste Dekade!
Herr Rob! Muss man sich Ihr Sprichwort jetzt mit einem indischen Akzent gesprochen vorstellen?
auch von mir ein herzlichen glühstrumpf nachträglich!
dat kleene chrischi / asaaki / sadalwantar
ps: doofer spamschutz! er nimmt meine eigene mailadresse nicht an!!!
Na dann mal fröhliches knuspern.