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Meine Kanäle: Comedy & Cartoons / Reise-Abenteuer / Vlog-Schrott
 
4. Dezember 2007 / 20:52
Thailand: December 5, / 2007 02:52

THAILAND-REISE

Der kleine Thai Verbrauchertest

Türe

Mönche

Buddhistischen Mönchen soll mit Respekt begegnet werden. Sie dürfen Frauen nicht berühren oder von ihnen berührt werden. Sie dürfen auch nichts von Frauen entgegennehmen. (es sei denn über Bande: z.B. ein Ablegetuch). In der Bahn muss ihnen immer Platz angeboten werden, und zwar idealerweise der am höchsten gelegene. 95% aller thailändischen jungen Männer werden für eine kurze Zeit im Leben Mönch. Und gleich anschließend (oder davor) werden sie vom Militär eingezogen. Zivildienst anyone?

Edler Nachtisch

Sie stecken in kleinen aus Bambusblättern geflochtenen Körbchen. Ihre Größe und Form ähnelt Sushi, und doch werden Thai Sweets (auf der Seite weiter unten) von zarten Thaihänden zusammengebastelt. Man unterscheidet sie an der Farbe und Konsistenz, und nicht, wie viele meinen, am Geschmack. Oder, um es anders zu auszudrücken: Sie schmecken eigentlich alle recht gleich. Oder, um es noch anders zu sagen: Nicht der Geschmack ist das Entscheidende, es ist die Konsistenz!
Wer schon einmal in den Genuss einer der vielfältigen Sorten asiatischer Geleepuddings, Kokosquaddeln, Litschisülzen oder durchsichtiger Galertbohnen gekommen ist, weiß sofort, wovon ich rede. Die Thai Cuisine ist bekannt für ihre auf der Zunge schleimig-knackig zergehenden Desserts, und da stellt sich natürlich die Frage, was sie so besonders macht. Hier muß zunächst für die Unkundigen erklärt werden, woraus sie eigentlich bestehen und wie sie schmecken.
Die häufigsten Zutaten sind Kokoscreme und -fleisch, Reismehl, brauner Zucker und Eier. Zur einfachen Demonstration der Haptik habe ich ein kleines Experiment vorbereitet. Alles, was wir dazu brauchen ist ein handelsüblicher Wackelpeter, ein Verdunstungsgerät, ein Folien-Schweissapperat und eine Frischhaltefolie.
Wir nehmen den Wackelpeter und lassen mit Hilfe eines schonenden Entwässerungsvorgang 50% des darin gelösten Wassers verdunsten. Anschließend wird der Wackelpeter in klarer Frischhaltefolie eingepackt und luftdicht und spannfest versiegelt. Der erste Biss in den mit Frischhaltefolie eingepackten Wackelpeter entspricht haptisch und geschmacklich dem Biss in eine typische Thai-Süßigkeit.
Wer nun daran zweifelt, dass es sich hierbei um eine sehr leckere Angelegenheit handelt, der sollte sie trotzdem unbedingt einmal im Original probieren. Thailändische Süßigkeiten garantieren ein sinnliches Erlebnis, das in seiner Erotizität (das Wort habe ich eben erfunden!) sonst nur noch zu vergleichen ist mit dem Austausch von Körperflüssigkeiten. Auch hier gilt natürlich wieder der Verweis auf die Originalsituation. Spucke allein ist ja auch nicht per se erotisch.

Oder, um es mit einem Zitat auszudrücken: The world is your oyster.

The many uses of CDs

Verständnisregeln

1. Wenn ein Thai nicht versteht, was man ihm erzählt, fragt er nicht sofort nach, sondern lächelt höflich, bis das Gegenüber von selbst eine mehrminütige Pause einlegt. Erst dann offenbart er das Missverständnis und bittet um eine (meist) komplette Wiederholung des soeben Gesagten.

2. Ein „einfaches Nein“ wird nicht akzeptiert und führt ohne Bestätigung („doppeltes Nein“) zur gleichen Reaktion wie 1.

3. Bangkokianer gehen beim ersten Kontakt davon aus, dass Sie Thai sprechen und verstehen. Alternativ haben Bangkokianer das Talent auch Englisch wie Thai klingen zu lassen, was die Antwortsituation zusätzlich verkompliziert.

Verkehr in Bangkok

Klima- und Umweltschutz

Die Verwaltung von Bangkok steckt viel Energie in Mittel und Wege, seinen Bürgern das Leben so angenehm wie möglich zu machen.
Hierzu wird die Stadt-Umgebungstemperatur konsequent auf ein im Durchschnitt angenehm kühles Niveau gehalten. Erreicht wird dies durch konsequentes Unterkühlen aller im Einsatz befindlicher Skytrains und Metro-Bahnen. Das dabei naturgemäß vorhandene Gefälle zwischen „in den Zügen“ und „außerhalb der Züge“ kann zu gelegentlichen Erfrierungen mit Sonnenbrand führen. Gefrierbrand sozusagen. Dies stellt natürlich keinen Fehler von SkyTrain oder Bangkok Metro dar, wir reden ja immer noch von der Durchschnittstemperatur.
Tatsächlich problematisch für den Umweltschutz sind die inzwischen schon fast regelmässigen Massenveranstaltungen von sogenannten Umweltschutzaktivisten. Ohne Rücksicht auf ihre Umwelt (nämlich Autos, Motorräder, Mofas und Tuk Tuk), blockieren sie Straßen und Zufahrtswege mit ihren kläglichen Anti-Smog-Demonstrationsversuchen. Die Stadtverwaltung arbeitet gerade an dem Problem und erwägt Gerüchten zufolge eine Fussgängermaut.
Auch gegen die schlimme Luftbelastung durch Smog hat die Regierung etwas unternommen, und den Stadt-eigenen Skytrain auf 50m hohen Massivbetonstelzen gebaut. Dort oben ist die Luft nämlich besser.

Global Stop! Demonstration gegen Umweltverschmutzung und mehr…

Der internationale Terrorismus

Gibt es nicht in Bangkok. Er kann erfolgreich dadurch verhindert werden, dass von allen internationalen Reisenden am Flughafen hübsche Portraitfotos angefertigt werden. Als zusätzliche Massnahme hilft auch die Entfernung sämtlicher Abfalleimer in der Nähe von stark befahrenen Strassen und großen Plätzen (also überall) und lustlose Leibesvisitationen beim Einstieg in die Bangkoker Metro.

Smog

Smog hat auch viel Positives in Bangkok. Die Todesursache Krebs durch Zigarettenkonsum ist seit seiner Einführung prozentual gesehen stark zurückgegangen.

Arbeitsmoral

Die Aufschrift „If I can’t make You smile, then I failed“ auf dem T-Shirt eines Kellners im Siam Einkaufszentrum macht mich nachdenklich und traurig.

Rückenschmerzen

Das hat jetzt nichts Spezifisches mit den Thais zu tun. Es ist nur so, dass mir immer noch der Rücken wehtut vom vielen Umzugskistenschleppen. Und bei den ganzen Thaimassagenstories, die man so hört (von manchen Kommentatoren hier), traut man sich gar nicht da raus auf die Strasse. Ständig steht ein Rudel knappbehoster Thaiweibchen ums Eck und nölt mir angestrengt „Thaimaaassaaaasch..“ ins Ohr. Andererseits stehen die Massagestühle im Schaufenster. Die werden doch wohl nicht…!

Zum Abschluss noch ein bisschen Buddha-Content:

Buddha mit Katzencontent

In diesem Buddha-Bild ist eine Katze versteckt.

Reclining Buddha

Der lehnende Buddha. Man beachte die angegriffelten Fusszehen rechts, beim angeblich fussophoben thailändischen Volk!

Vorbereitungen zum Geburtstag des Königs

Vorbereitungen für eine Staats-Feier. Was sich mit gelber Plane, ein paar Buddha-Statuen, König Bhumibol-Bildern und vielen vielen CD-Rohlingen alles machen lässt… Das erinnert mich wieder an den alten Gußbeton-Spruch: Es kommt darauf an, was man daraus macht! Das Ganze sieht dann so in der Nacht aus:

König Bhumibol

Die Feier findet zu Ehren des Königs von Thailand statt. König Bhumibol, der von den Thais fast Gott-gleich verehrt wird, feiert am 5. Dezember seinen 80. Geburtstag.

Mehr davon wahrscheinlich morgen abend. Stay tuned!

 
 

9 Reaktionen zu Der kleine Thai Verbrauchertest

  1. marten

    und wieder ein schöner bericht - gut das du so ganz nebenbei mal mit den klischees aufräumst. wird eh alles überbewertet. mensch ich freu mich immer wenn in meinem feedreader hinter blogoff n zahl steht und ich weiß das du da unten rechts noch am leben bist ^^ schon wieder son klischeeding.

    ist die sinnesüberflutung eigentlich so krass, wie ich sie mir vorstell?

  2. Holger

    hallo,

    ich lese seit kurzer zeit begeistert deinen blog und finde dein vorhaben mit der reise alleine um die welt mutig und spannend zu gleich.
    ich freue mich über deine ersten reiseberichte, übrigens habe ich einen kleinen teil der thailändischen bevölkerung auf sehr seltenem weg kennen und schätzen gelernt.
    aber davon lieber mehr per mail.

    cu

    holger

  3. Batz

    Mist und ich find diesen schönen Text den Max Gold über König Bhumipol schrieb partout nicht online....

  4. r|ob

    Viel Spaß heute auf der Geburtstagsparty von Bhumibol ;)

  5. @Marten: Hehe, jein, für die deutsche Ordnungsseele ist es auf jeden Fall erst mal ein bisschen viel. Aber vermutlich ist das genau der Grund, warum neben den vielen Japanern hier auch so viele Deutsche durch den Grossstadtdschungel staksen. Das Chaos, das heisse Klima, der Smog, der (scheinbar offene) Sex - das zieht wohl gerade Nationen an, die daheim lieber die Erbsenzähler und Gartenzwergbesitzer heraushängen lassen. :-)
    Ich muss aber zugeben, dass ich Tokio vor ein paar Jahren reizüberflutender wahrgenommen habe - das liegt wohl auch daran, dass Bangkok internationaler und weniger fremden-kritisch wirkt.

    @Holger: Ein paar habe ich auch schon kennengelernt - da erzähle ich bestimmt in den kommenden Tagen noch ein bisschen was drüber

    @Batz: Ich erinnere mich auch daran, den lustigen Namen schon einmal in Goldt-Form verwurstet gehört zu haben :)

    @Rob: Danke, danke! aber das war doch schon gestern :)

  6. dauni

    @batz: meinst du den hier? ;-)

    http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2006/09/29/a0229

  7. Batz

    genau den text meinte ich :)

    danke!

  8. der toby

    Bin auch sehr beeindruckt. Da ich mich dem Buddismus von allen Religionen noch am nächsten fühlen könnte scheint mir das ein offenbar angenehmes Reiseziehl zu sein. Wie wirkt eigentlich das zu schützende Kilma auf dich?

  9. IchH

    hey,
    danke fuer die reiseeindruecke, wie lange bleibst du denn in thailand/der region?

    bloss nich nachlassen! und immer schoen details aufgreifen, das macht die berichte erst lebendig...

    IchH


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