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8. Oktober 2007 / 08:10

Die Wahrsagung

Bemerkenswertes fördert die Online-Auskunft des Schufa-Orakels ans Licht. Was dort der interessierte Kredit- oder Telekommunikationskunde gegen 15,60 € Gebühr über sich erfährt, hat nicht nur das Potential eine ganze Zukunft zu beeinflussen, nein, es birgt auch Philosophisches, regt es doch zu Fragen an wie: Ist das tatsächlich mein Kredit, oder: Habe ich wirklich mal in der Kottbusser Strasse 16 gewohnt, wie das hier steht, ich kann mich gar nicht erinnern…? Zudem kann es einem schon spanisch vorkommen, schon seit Jahren abgezahlte Ratenverträge in einer Liste mit tatsächlichen oder scheinbar auch mal Fantasie-Beträgen zu sehen, während wiederum andere noch laufende Kredite mit keiner Zeile erwähnt werden. Da wundert es auch nicht, wenn sich von Zeit zu Zeit Firmen mit obskuren polnischen oder philippinischen Namen nach meiner Kreditwürdigkeit erkundigen, oder die Schufa mir ein Kreditscoring von 89,60% bescheinigt (jaaa, das ist ein guter Wert) – ohne natürlich im Detail zu erklären, woher sie die schöne Zahl hat. (Weibliche Intuition? Erwürfelt? Sonnenwind?)
Ich kann wohl von Glück sagen, dass sich nichts Negatives in der Sammlung verirrt hat – gewundert hätte es mich nach dem vorhandenen Datensalat nicht. Und immerhin besteht bei der Schufa ja ein Auskunftsrecht (gegen Geld!).
Von den meisten Scoring-Anbietern kann man das nicht behaupten – was damit zusammenhängt, dass diese Unternehmen keine „personenbezogenen“ Daten speichern, sondern „lediglich“ allgemeines wie Wohnort, Nationalität, Alter und Geschlecht. Von ‚racial profiling‘ ist diese Praxis natürlich genauso weit entfernt, wie die Polizei, die neulich nachts am Meringdamm einen jungen Schwarzen aus der Bahn zitierte: Reine Routinekontrolle, da kann man schon mal im Raster hängenbleiben… aber ich schweife ab.

So lästig ich die 15,60 € finde, die für das eigentlich selbstverständliche Recht auf Auskunft fällig werden: Es ist ein einmaliger Betrag, der den Schufa-Zugang unbefristet ermöglicht. Und nach meiner Erfahrung lohnt es sich durchaus zu prüfen, was für Daten die eigentlich über einen selbst gespeichert haben. Bevor der Preis steigt.

 
 

2 Reaktionen zu Die Wahrsagung

  1. r|ob

    Ist es nicht toll zu wissen, dass nach 2 Jahren die Schufa gespeichert hat, dass Du 56 Jahre alt bist, in Nicaragua einen Kredit von 34.784 Euro aufgenommen hast, in Oslo wohnst und den wundervollen Namen Martina trägst...

  2. Horatiorama

    Sinkt bei Anfragen nicht der Score? Und gibt es nicht einen Public- und einen Hidden-Score, oder so? Man hört ja soviel...


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