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Meine Kanäle: Comedy & Cartoons / Reise-Abenteuer / Vlog-Schrott
 
19. September 2007 / 02:32

Wir lassen Kommentare zu

Dies ist keine umfassende Analyse, nur ein Gefühl. Dieses Gefühl begleitet mich schon seit einer Weile und es wird stärker. Es ist ein Gefühl, das mich immer dann überkommt, wenn ich auf Stefans Seite gehe. Ich gestehe, ich bin oft dort und lese seine Artikel sehr gerne – lieber sogar noch als das BildBlog, das ja vom gleichen Autor stammt. Das tue ich deshalb gerne, weil die Artikel mich oft nicht nur inhaltlich interessieren, sie sind auch meistens sehr drollig geschrieben. Neben Malte von Spreeblick gehört Stefan zu meinen Lieblingsschreibern der Blogosphäre (und wäre ich ein hemmungsloses Groupie, ich könnte mich gar nicht entscheiden, welchen Namen ich zuerst vor das -fan setze).
Ich kommentiere nicht jeden Artikel. Manchmal sitze ich nur still da und lese mit. Dann scrolle ich durch Kommentarlisten, nach interessanten Passagen scannend, die das kurze Glücksgefühl beim Lesen des Artikels noch ein wenig verlängern.

Es gibt jedoch immer weniger Glücksgefühl: Die Kommentarlisten sind geschrumpft und manchmal sind sie ganz weg. Nicht immer, aber es häuft sich.

Manchmal kann ich es verstehen – ein Artikel über die Rechtsausleger von PI muss nicht zum Forum für die selbstgefälligen Hassapostel werden, um die es im Beitrag geht. Ein Artikel kann auch mal ohne Kommentare stehen. Es ernüchtert mich trotzdem, denn Stefan Niggemeier ist, so scheint es mir, vorsichtig geworden. Ich erinnere mich zwar, dass schon früher die Kommentare unter manchen Artikel geschlossen wurden nachdem eine kritische Masse an Gedöns erreicht wurde. Aber ich habe es als Ausnahme in Erinnerung. Seit einiger Zeit – vielleicht auch seit Stefans Berichterstattung über die Geschäftsmethoden der Firma Callactive per Abmahnung zum Erliegen gebracht wurde – scheint aus der Ausnahme eine kleine Regel geworden zu sein. Im Fall von Callactive schreibt Stefan zwar, dass er bewiesen habe, auch weiterhin kritisch über Callactive zu berichten. Mein Eindruck ist das aber leider nicht. Vielleicht ist das Thema einfach durch. Es kann ja sein, dass es über Callactive einfach nichts Neues zu berichten gibt. Es kann aber auch sein, dass er verhindern will, im laufenden Verfahren gegen sich, das gegnerische Schützenlager nicht durch zusätzliche Munition zu unterstützen. Dazu gehört aber scheinbar nicht nur das Unterlassen von potentiell abmahngefährdeten Artikeln, sondern auch das Schließen der Kommentarfunktion, wenn mit einer aufgeheizten Diskussion zu rechnen ist. Kommentare sind wie kleine Brandbeschleuniger, und das nicht erst seit das Abmahnwesen sie für sich entdeckt hat.

Wie schon oben gesagt: Ich kann es manchmal verstehen, wenn die Kommentare zu sind. Würde ich abgemahnt – egal ob zu Recht oder nicht – auf meine Wachsamkeit hätte es einen schärfenden Effekt.

Vor einigen Jahren wurde ich Opfer eines gewaltsamen Angriffs. Die körperlichen Verletzungen waren eher gering, im Kopf dagegen hat es mir viel Freiheit geraubt. Ich weiss, dass meine aus der Vorsicht resultierende Selbstbeschränkung falsch ist, und kämpfe daher gegen jede Form der Selbstzensur. Ich glaube, manchmal gelingt mir das auch. Ich hoffe, dass ich diesen Kampf nicht alleine führe.

 
 

4 Reaktionen zu Wir lassen Kommentare zu

  1. Harriet

    Ich mußte viel nicken beim Lesen Deines Beitrags.;-)
    Du hast sicherlich recht, dass jede Einschränkung eine Freiheitseinschränkung ist, auch die Kommentar-off-Beschränkung.
    Ich glaube, das hat aber nichts mit dem schlechteren Kommentarstil bei Herrn Niggemeier zu tun, sondern wenn man - wie er - mit sehr spitzem "Stift" gegen Andere schreibt (z.B. Frau Schwartzer), dann zieht man damit nicht nur Menschen hat, die ihr Hirn benutzen, bevor sie so darauflos schreiben, positiv wie negativ gesehen. Und nach dem Prinzip, die Geister, die ich rief, werde ich nun nicht mehr los ... wird er immer mehr moderieren, bzw. löschen müssen. Zum PI-Artikel nun scheint er noch mehr zu befürchten und stellt die Funktion gleich ganz ab.

  2. Lukas

    Ich lese Blogs in der Regel wegen der Artikel und weniger wegen der Kommentare, so wie ich eine Zeitung auch der Artikel und nicht der Leserbriefe wegen lese. Bei vielen Blogs lese ich die Kommentare gar nicht erst, weil ich weiß, dass ich das ohne Riechsalz oder Beißhölzer nicht durchstehen würde. Von daher stört es mich kaum, wenn irgendwo die Kommentarfunktion deaktiviert ist.
    In diesem Zusammenhang von "Zensur" zu sprechen halte ich übrigens für sachlich völlig falsch - es ist ja auch keine "Zensur", wenn ich brandschatzenden Hooligans, die auf meinen Teppich urinieren wollen, die Tür vor der Nase zuschlage.

  3. @1 und 3: Ich spreche im letzten Abschnitt von "Selbstzensur" im Sinne von Selbstbeschränkung. Ich habe kein Problem damit einen Kommentar, der einfach dumm ist, auch mal rauszukanten, ganz unabhängig von rechtlichen Fragestellungen - wie Lukas richtig sagt, läd man ja auch keine Hooligans zu sich nach Hause zum Brandschatzen ein. Es ist immer noch das eigene Blog und kein Speaker's Corner. ;)

    In der Tat lese ich auch nicht alle Kommentare unter einem Artikel, sondern picke mir meistens die heraus, in denen der Autor selbst nochmal zu Wort kommt - oder Leser, deren Meinung ich schätze. Den Rest überfliege/ignoriere ich.


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