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30. Mai 2007 / 00:58

Karla im Koma 6

 
Karla im Koma

Ein düsteres neues Kapitel von „Karla im Koma“ bahnt sich an.
Die erste Blog-Soap-Fortsetzungsgeschichte, die unter der Schirmherrschaftlichkeit des Batzes ins Leben gerufen wurde.

Die Regeln für die Teilnahme findet ihr hier.
Alle bisher erschienenen Folgen: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
Und jetzt…

Karla im Koma – Folge 6 – Das große Erwachen

„Was machst du denn hier?“

Eine staatliche Männergestalt stand im Türrahmen.
„Janine, ich kann Dich in dieser Situation nicht im Stich lassen. Wir haben uns geschworen füreinander da zu sein, wenn es dem anderen schlecht geht. Dir geht es schlecht Janine. Darum bin ich jetzt bei Dir.“
Es waren Schmierhart Zahnecks Worte. Es waren seine Worte, seine silberne Locken und der im gestreiften Hemd geborgene, mit jedem Schritt leicht wogende Bauch, die das Lächeln in Janine Bocks Gesicht zurückbrachten.

„Schmierhart! Woher wusstest Du …“ – „Oh, Janine – erinnerst Du Dich an das Armband, das ich Dir geschenkt habe?“ – „Du meinst das goldbereifte mit dem roten Juwel und der Lidl-Signatur auf der Innenseite…“ – „Genau dieses.“ – „Was ist damit?“ – „Ich habe es mit einem GPS-Sender versehen, so dass ich immer weiss, wo Du gerade bist, und der rote Stimmungsfühlstein verrät mir, wie es Dir gerade geht, goldgelocktes Kind.“ – „Aber Schmierhart, was, wenn uns jemand zusammen sieht? Vor allem Patrick – du weisst, wie eifersüchtig …“
Schmierhart Zahneck füllte sein Gesicht mit einem zahnlosen Lächeln, während er Janine in die breiten Arme schloss. Der 62jährige Unternehmer war sich des Risikos für Ansehen und Aktienkurs seiner Süßwarenfabrik durchaus bewusst, wenn seine Liaison mit der 21jährigen entdeckt würde. Doch in seinem Innersten war er sicher: Die Liebe zur Ex-Freundin seines Praktikanten Patrick Wagenschneider und Tochter von Karla Bock, unglückseliges Opfer einer Kamelle und eines Komplotts, in das er und drei seiner besten Freunde verstrickt waren, würde alle Hindernisse überwinden. Fest drückte er sie an sich und seufzte ihr leise ins Ohr: „Janine…“
– „Oh Schmierhart!“
„Ja, Janine…“. Zahneck drückte sie noch fester an sich.
„Oh süßer Schmi-schma-schmier…“
„Ja …“
„…hart!“
„Jaaaa….“
„Oh mein Gott!“
„JANINE!!“
„Patrick!“. Wie vom Blitz getroffen fahren Janine und Zahneck auseinander.
„ICH HABE DICH GELIEBT!“ Patrick steht mit tränenbespränkelten Gesicht in der Tür. Seine Gestalt gleicht einer von Sturm und Winden zerzausten Vogelscheuche. Von seinen Augen läuft ein zarter Rinnsal Mascara in die Furche zwischen blasser Backe und bebendem Mund. Seine Hände haben sich zu kleinen weißen Fäusten geballt.
„Patrick, es ist vorbei. Sieh es endlich ein! Es wird nie wieder so sein, wie es …“
„Patrick, solltest Du nicht in der Warenannahme …?“ stammelte Zahneck seinem zitternden Praktikanten entgegen.
„WEGEN IHNEN HABE ICH MEINEN TERMIN IM FUßSTUDIO VERPASST! UND JETZT VERGREIFEN SIE SICH AUCH NOCH AN MEINER EXFREUNDIN!!!“
„Es ist nicht so, wie Du denk…“ ist das letzte, was Schmierhart Zahneck noch emporstößt, ehe Patricks Faust in seiner Magengrube versinkt. Ein Schwall Blut schwappt aus seinem Mund und ergießt sich in einem roten Halbkreis auf dem Boden des Krankenzimmers. Mit dem blankem Erstaunen eines von einem Büffel angerempelten Meerschweinchens, sackt Zahneck zu Boden.
Als Patrick die Faust zurückzieht, hält er noch das Skalpell. Zitternd und bluttriefend öffnet sich seine Hand. Ein metallisches *klonk* hallt durch den Raum, gefolgt vom dumpfen Poltern, mit dem Janine ohnmächtig zu Boden geht. In diesem Moment klingelt in Zahnecks Tasche ein Mobiltelefon …

***

Fahles Küchenlicht erhellt den Raum. Das harte Tick-Tack der Wanduhr zerteilt geräuschhaftes Schmatzen in abgezählte Portionen.

„Janine.“. Tombola nahm noch einen von den dicken Keksen. Ihr gegenüber am Tisch saß mit der Stirn auf die Hand gestützt, ungläubig dreinblickend, ihre Tante Britt.
„Das kann nicht sein.“ entgegnete sie dem übergewichtigen Mädchen.
„Wenn ich es doch sage. Ich kann diese Geschichte mit der Schwangerschaft einfach nicht glauben“. Mit dem Daumen der rechten Hand schob sie den Brocken Sahne im linken Mundwinkel noch etwas höher, der gierig pendelnden Zunge entgegen. „Zudem kann es kein Zufall sein, dass (*schmatz*) ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt Mutter von der Kamelle getroffen wurde. Hier stinkt etwas ganz gewaltig!“
„Ja, Schatz, das liegt vielleicht daran, dass Du öfter mal duschen…“ – „Was? Ich rede von der Verschwörung! Janine hat Mutters Arzt absichtlich den gefälschten Schwangerschaftstest untergejubelt, um irgendetwas zu vertuschen!“. Aufgebracht griff Tombola nach dem Tablett mit dem Erdbeertörtchen und schiebt sich alle bis auf zwei in den Mund. „Du meinst, dass in Wahrheit Janine schwanger war, und nicht Eure Mutter? Aber von wem? Und wieso sollte sie so etwas Grausames tun?“ – „Ich habe keine Ahnung, aber ich werde es herausfinden! Krieg ich noch einen von den Keksen?“

***

„Ich habe es jetzt zum fünften Mal versucht – ich kann ihn einfach nicht erreichen. Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen …“ – „Du meinst er ist …“ – „Aufgeflogen. Ja.“ – „Oder tot.“
Alfons Töler, als Versicherungsvertreter normalerweise kein Mensch mit nervösem Befinden, wischt sich den Schweiß von der Stirn. „Wir hätten Zahneck niemals ins Boot holen dürfen. So viel Verantwortung in einen Industriellen mit so vielen Feinden zu setzen, war ein Fehler. Auch seine ‚gute Connection‘ zu Deiner Familie rechtfertigt das nicht, Joachim. Die Prämie, da bin ich sicher, können wir den Hasen geben.“. Joachim Bock nahm nickend noch einen Biss von seinen Zeigefingernagel. „Das Problem war ja auch, dass er uns nie verraten hat, um welche Connecion es sich genau handelte. Doch die Informationen, mit denen er uns zu Karlas Krankenakte versorgte, waren von unschätzbarem Wert!“ – „Ich weiss, Joachim, ich weiss“. Alfons seufzte. Ruhig zog Bock einen Faden aus dem C&A-Etikett seines Maßanzugs, als er plötzlich innehielt.
„OMG! Ich glaube, jetzt weiss ich es! Er ist in der Klinik! Wir müssen da hin, sofort!“

***

„Janine… oh, liebe Janine…“. Patrick streichelte dem Mädchen über die Stirn. „Ich werde dir verzeihen. Es wird alles wieder gut.“
In Windeseile hatte Patrick es geschafft den Leichnam Schmierhart Zahnecks auf einen im Korridor stehenden Leichenwagen zu verladen und sämtliche Blutspuren am Boden zu verwischen aufzuwischen. Nun war er zur immer noch ohnmächtig am Boden liegenden Janine zurückgekehrt. Patrick machte sich Sorgen um die Platzwunde, die sich Janine bei ihrem Sturz zugezogen hatte.
Noch einmal küsste er sie auf die warmen, zarten Lippen, die sich nun langsam öffneten.
„Paat…“ – „Janine?“ – „Patrick….“ – „Janine! Du bist wieder wach!“ – „Patrick? Was ist geschehen? Ich hatte einen furchtbaren Traum … Aber jetzt bist Du wieder bei mir!“. War es möglich? Hatte Janine alles vergessen? War dies der Anfang eines neuen Glücks in der verzweifeltsten Stunde seines Lebens? Mit Tränen in den Augen und Glückseligkeit im Herz schloss er sie in die Arme: „Janine! Janine! Gottseidank ist Dir nichts passiert! Janine…“
„Janine…“
Ein raues Krächzen klang durch den Raum. „Janine…. ich … habe … alles …. gesehen!“.
Karla war erwacht.

Weiter geht’s in Folge 7 – „Noch mehr Verwirrung“

 
 

8 Reaktionen zu Karla im Koma 6

  1. Der Freischwimmer » Blog Archive » Karla im Koma 5

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  2. BatzLog - Noch etwas Salz? » Karla im Koma: Folge 6 ist da!

    [...] Die sechste Folge findet ihr hier bei Manniacs Blogoff!. [...]

  3. dauni

    ich versuch mich an der nächsten.

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