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7. März 2007 / 08:17

Anti?

Es gibt eine Keule, die immer dann geschwungen wird, sobald Kritik am Staat Israel geäußert wird.
Man spricht im Zusammenhang solcher Keulen natürlich von einem Totschlagargument, und gerade die barbarischen Germanen, die einst wenig grazil mit stumpfen Hölzern bewaffnet in die Jagd zogen, sind im Austeilen knüppeldicker Argumentation wahre Meister.
Antisemitisch ist noch schlimmer als Anti-amerikanisch.

Wikipedia, das geschätzte Volkslexikon erklärt den Begriff des Antisemitismus übrigens so:

Antisemitismus => Judenfeindlichkeit (auch: Judenhass, Judenfeindschaft) ist die pauschale Ablehnung von Juden oder des Judentums aus verschiedenen Motiven und mit verschiedenen Ausprägungen.

Die Ablehnung der jüdischen Religion ist also anti-semitisch. Nun, dann muss ich mir wohl gefallen lassen, Antisemit genannt zu werden. Ich finde Religion, nicht nur die Jüdische, nämlich ganz pauschal scheisse.
Jedoch finde ich viel erstaunlicher, dass nicht nur die Ablehnung der jüdischen Religion immer wieder mit öffentlicher Rüge und Verweise auf die Verbrechen der Nationalsozialisten beantwortet wird (die Kinder von Nationalsozialisten haben eben kein Recht auf Kritik), sondern auch, wenn man nicht mit der Politik des Staates Israels übereinstimmt und ihr sogar rassistische Motive im Zusammenhang mit der Ausgrenzung der Palästinensern unterstellt und Vergleiche mit dem Warschauer Ghetto zieht. Das darf man natuerlich nicht, schon gar nicht als deutscher Bischof. Da kommt nämlich einiges zusammen.
Wir können nun gern darüber diskutieren, ob so ein Vorwurf geschmacklos ist, unpassend oder schlicht falsch. Nicht jeder Vorwurf ist gerechtfertigt. Dass er anti-semitisch sein soll, halte ich jedoch schlicht für Unsinn. Aber das Wesen von Totschlagargumenten ist nun mal nicht, dass sie besonders treffend sind. Hauptsache sie sind schön breit und schwer.
So kann man mit ungewünschter Kritik umgehen.
Glaubwürdigkeit erwirbt man damit aber nicht.

 
 


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