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29. November 2006 / 12:17

Parasit der moralischen Werte – Glaube und kein Gott

Video-Sammlung für alle, die immer noch glauben, Religion sei Glaubenssache und das Christentum dem Judentum oder Islam gesellschaftlich und aufklärerisch überlegen.

 
The God Who Wasn’t There

Jahrhunderte lang kreiste die Sonne um die Erde, bis sich im Jahr 1992 rausstellte, dass es tatsächlich umgekehrt war.
Die Dokumentation „The God Who Wasn’t There“ (Der Gott, den es nicht gab) untersucht die Frage nach dem Wissen, das uns die christliche Kirche vermitteln will. Bei der Frage ob Jesus tatsächlich gelebt hat, kommt er dabei zu einer erschreckenden Antwort, welche die Geschichte erneut umschreiben könnte …
Jedenfalls die der christlichen Kirche.

„The God Who wasn’t there“ -Trailer zur DVD (2min):

 
„The God Who wasn’t there“ – komplette Dokumentation (60min):


The God Who Wasn’t There auf Vimeo

The God Movie Homepage
Die DVD enthält über die Dokumentation hinaus sehr viel Zusatzmaterial. Es lohnt sich also, sie bei Interesse zu bestellen!

(via Fünf Filmfreunde)

 
Root of All Evil?

Ausgesprochen entsetzt stellt sich Richard Dawkins, ein anerkannter britischer Evolutionsforscher, der Frage nach dem Sinn von Religion und reist dabei nach Lourdes, Jerusalem und diverse Stätten in den USA und Großbritannien. Er unterhält sich mit religiös-fanatischen Bartträgern in der Altstadt Jerusalems, unheimlichen amerikanischen Showpredigern und einem jüdischen Rabbi.

Erschreckend gut wiedererkannt habe ich mich in Psychologin Jill Mytton, die in einem religös geprägten Elternhaus großwurde, und heute Patienten betreut, die ihrerseits seelische Schäden durch religiöse Erziehung davontragen mussten. Wenn sie erzählt, dass nach all den Jahren die Frage nach dem Fegefeuer immer noch eine so starke Macht auf sie habe, ziehen sich auch mir die Organe zusammen. Wenn man als Kind vermittelt bekommt, dass es die schlimmste und nicht vergebbare Sünde auf der Welt sei, den „heiligen Geist“ zu verneinen, schlimmer noch als Mord, prägt das schon ganz ungemein. Obgleich ich heute die Existenz eines Gottes zutiefst bezweifle, hat die Indoktrinierung des Kirchen- und Religionunterrichts in meiner Kindheit bis heute eine nur langsam geringer werdene Wirkung auf mich. Das sind Erfahrungen, die ich nur noch mit der unauslöschbaren Erinnerung an eine Vergewaltigung vergleichen möchte.
Dabei wäre das alles nicht nötig gewesen.

Mein Vater hatte diesen Satz parat, den er vorwurfsvoll vorbrachte, wenn ich als Kind nicht in die Kirche wollte: „Glaubst Du etwa nicht an Gott?“.
Es war immer klar, dass ich mit „Doch!“ antworten musste, weil er sonst wütend geworden wäre, und davor hatte ich wirklich Angst. Nun ist mein Vater kein schlechter Mensch – aber wie viele andere hatte er als Kind nie Gelegenheit bekommen, seinen Glauben in Frage zu stellen. Und für einen gläubigen Menschen ist es unvorstellbar, dass andere diese Glauben nicht teilen. Ein Zugeständnis daran zerstört aber den Inbegriff des Glaubens an sich, denn Glaube ist absolut und wird nicht hinterfragt. Sonst wäre es ja Wissen.

Ich denke bis heute, dass ich ohne mein inneres und äußeres Coming Out als Schwuler, und der damit verbundenen Ablehnung durch die Kirche nicht in der Lage gewesen wäre das Konzept des Glauben ernsthaft in Frage zu stellen. Und in den auf dieser Seite genannten Dokumentationen zum Thema wird auch ersichtlich, dass Homosexualität bis heute eines der größten und unsinnigsten Streitthemen in fast allen Religionen ist.
Die Parasiten der moralischen Werte.

Auch diese Dokumentation ist in voller Länge hier zu sehen.

Teil 1: The God Delusion (48min)

The God Delusion

 
Teil 2: The Virus of Faith (48min)

The Virus of Faith

 
Jesus Camp

Eine nicht minder unheimlicher Film zu christlichem Fanatismus und Indoktrinierung im Kindesalter ist Jesus Camp, ein Film über die ultrakonservativen christlichen Fundamentalisten, die in den USA keineswegs eine Minderheit darstellen.

Jesus Camp Trailer (2min):


Trailer zum Film

Jesus Camp – die vollständige Doku (82min)


Jesus Camp Dokumentation

Jesus Camp Wikipedia Eintrag und der Eintrag auf moviepilot: Jesus Camp

(Via BatzLOG)

Zum Schluss noch ein Schmankerl aus dem obigen Film „The God Who Wasn’t There“, das gleichnamige Lied:
„The God Who Wasn’t There“

One night I dreamed that I was walking along the beach with God.
Across the sky flashed scenes from my life.
For each scene I noticed two sets of foot prints in the sand
– one belonged to me and the other to God.
But I noticed something strange,
I noticed that many times along the path of my life
there was only one set of foot prints.
I also noticed that it happend at the hardest times in my life.

I said: „God, I have noticed that during the most difficult times of my life there is only one set of foot prints.
I dont‘ understand why when I needed You the most, You would leave me.“

God replied: „I didn’t leave You.
Through Your times of trial and suffering,
when You see only one set of foot prints,
that was when i carried You.“

And I said to God: „You carried me? What the fuck are you talking about?
My dog died. My sister got killed in a car accident.
Maybe instead of carrying me, you could have stopped these bad things from happening at all!
Did You ever think of that, You fucking prick!?“

And God replied: „You stupid human! Do not question the Lord!
I fuck with You and then I carry You. It’s just something, that I enjoy doing. If You don’t like it, You can just go to hell!“

Buy the complete CD

 
 

8 Reaktionen zu Parasit der moralischen Werte – Glaube und kein Gott

  1. der toby

    Du sprichst mir aus der Seele.

    Ich wäre beinahe daran zerbrochen:

    http://knackpunkt.homelinux.org/cms/index.php?id=302

  2. Ich habe Deine Coming Out-Geschichte gerade gelesen und frage mich, wieso Du denkst, Dir stünde es nicht zu, Glaube zu kritisieren. Religionsgemeinschaften nehmen sich doch gleichwohl dieses Recht heraus - wieso sollte man ihr Welt-Verständnis nicht auch in Frage stellen dürfen?
    Aber soweit ich es verstanden habe lehnst Du nicht das theistische Weltbild ab, sondern die konkrete Ausbildung bei den Zeugen Jehovas - die Filme oben (bis auf Jesus Camp) bezweiflen aber gerade das Grundkonzept "Glaube ohne Beweis". Und das wiederum schließt Gott aus ...

    Ich verweise an dieser Stelle noch auf Arnes Tante, die von religiösem Eifer gepackt, glaubt, sie müsse ihren Neffen umdrehen, weil sonst sein Analrohr undicht wird. Ja ja ... :-)

  3. der toby

    Zeit heilt alle Wunder. Und obwohl ich immer zu einer gewissen Spirutalität neigen werde, bin ich gegenüber dem theistische Weltbild, insbesondere dem fundamental Christlichem skeptisch wenn nich gar kritisch gegenüber eingestellt.

    "Glaube ohne Beweis"? Dem Thema widmen sich die Zeugen in ihrem Predigten mit besonderem Elan, weil Gott für sie eine Realität ist. Eine reale Person. Diese Projektion, die selbstverständlich ihrer "unanfechtbaren" Lehre entspricht, weicht von Indivuum zu Indivuum nur gerinfügig ab. So brach für mich das Kartenhaus binnen weniger Monate nach meinem endgülitgen "Gemeinschaftsentzug" in sich zusammen. Ein Indiz dafür wie weit es von der Wirklichkeit entfert zu sein scheint. Und wie wenig "christlich" im eigentlichen Sinne. Die Geschichte entstand wenige Wochen vor meiner entgültigen offizelle gewordenen Entscheidung.

    Wer ist Gott? Stellt man mir heute diese Frage antworte ich: Gott ist immer das was du zu ihm machst. Jeder Mensch sollte selbst zu seiner ihm eigenen, indiviudellen Form von Spirutalität finden.

    Lehre und Organisationen sind freilich kritisierbar, auch wenn sie noch so sehr darauf pochen auserwählt zu sein. Glücklicherweise lässt mich diese Erkenntis heute besser leben.

    In Atheisten und Agnostiker kann ich mich mehr einfühlen, als das der eine oder der andere Glauben mag. Das Leitmotiv vieler scheinbar frommer Menschen scheint mehr die Angst vor dem eigenen Schatten zu sein als alles Andere....

  4. Ich kann für mich nur noch den Vergleich mit Ausserirdischen und Gespenstern ziehen. Erich von Däniken ist für mich kein größerer Spinner als jeder Dorfpfarrer, der seinen Beruf wirklich ernst nimmt.

    Mir leuchtet zwar ein, dass Gemeinschaften - insbesondere religiöse - ein gutes Lebensgefühl bereitstellen können. Ich frage mich aber, wieso das ausgerechnet an etwas aufgehängt sein muss, dass so unglaubwürdig ist, wie der Glaube an ein Geistwesen, das man nicht hören, riechen und physikalisch erfassen kann. Als Kind habe ich zu Gott gebetet, also im wirklich Sinn "gesprochen", aber mir ist aufgefallen, dass es nie einen Unterschied machte, was ich zu ihm sagte, er hat es grundsätzlich ignoriert. Mein Dorfpfarrer meinte damals, dass man als Mensch Gottes Wille nicht beeinflussen kann - dann fragte ich mich aber, wieso sollte ich dann überhaupt zu ihm beten? Ist Gott ein so selbstverliebter Schnösel, dass er sich daran aufgeilt, wenn ich ihm meine innersten Wünsche und Träume anvertraue, die er dann nonchalant ignoriert? Für mich war Gott schon ein ziemliches Arsch und meinen Glauben habe ich alsbald an den Nagel gehängt.
    Und da ich bis heute nicht vom Blitz erschlagen wurde und gelegentlich sogar über lange Strecken ziemlich glücklich lebe, glaube ich auch nicht, dass ich mich damit in grosses Unglück gestürzt habe.
    Für mich ist klar, wenn es einen Gott gibt, dann ist es ihm scheissegal, ob man zu ihm betet oder nicht. Ich glaube, ihm ist dann ziemlich viel scheissegal.

    Und ich denke auch nicht, dass ein funktionierender Glaube wirklich mehr Antworten im Leben bringt. Man hat dann ja noch immer keine befriedigenden Antworten darauf, woher man kommt und wohin man geht. Als meine Mutter, eine gläubige Christin, vor einigen Jahren, kurz bevor sie starb noch schwer krank war, war ihr deutlich anzumerken, dass sie grosse Zweifel daran hatte, dass es nach dem Tod tatsächlich weiterginge, wie es den Christen versprochen wird. Das Morphium, dass sie bekam hat ihr mehr geholfen als die salbsame Worte des Dorfpfarrers, der mir zähneknirschend zugestand, dass auch ich als Ungläubiger ein Anrecht darauf hätte, bei der letzten Ölung dabei zu sein ...
    Ich fand es bitter, dass der Glaube nicht einmal jemandem half, der es wirklich gebraucht hätte.

    Wenn Du mich fragst, sind Gläubige einfach Menschen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass es auf manche Fragen keine sinnvollen Antworten gibt.

    Sinn des Lebens? Fortpflanzung und dann sterben. Ist das eine befriedigende Anwort? Wohl kaum. Aber was dann? Anderen etwas gutes tun? Okay... aber ein bisschen billig ist die Erklärung schon. :o)

  5. der toby

    Die Form von Zwiegeschrächen, die wir Gebet nennen hat eine sehr beruhigende psychologische Wirkung. Und natürlich versuchen alle relgilösen Eiferer, die Tatschache dass er uns nicht zu erhören scheint zu erklären indem sie behaupten Gott würde das Indivuum als zu unbedeutet in seinem göttlichen Plan der Zeitalter betrachten, als das er auf deren indivuelle Bedürfnisse Rücksicht nehmen kenne. In dieser Vorstellung keimt die feindliche Übernahme, hier werden wir Indokriniert im Namen eines Gottes heilige Kriege oder große pyschische Qualen auf uns zu nehmen. Und sei es nur, dass wir uns ein Leben lang als schuldige Sünder fühlen, abbhänig von Lehre und Vergebung einer bestimmten Kirche.
    Als einizig positives in vielen Religionen erachte ich der Kontakt mit den inneren Welten, die wie ein Vorspiel moderner Geisteswissenschaften versuchten unsere Konflikte zu bewältigen.
    Jeder soltle meiner Meinung aber seine indivuelle Art und Weise finden mit seinen in sich bestehen Universum, das wir Unbewusstes nennen, Kontakt aufzunehmen. Dies kann auch die Kunst, die Kreativität sein. Bei dir schient mir das offensichtlich.

    Nietzsche hat die extreme Sinnsuche des Menschen in seinen Schriften nicht umsonst kritisiert....

  6. Gebet ist im Endeffekt auch nur ein Selbstgespräch. Weil Selbstgespräche aber einen belustigenden Ruf haben, sagt man lieber Gebet dazu :o)
    Der Dialog mit der inneren Welt ist wohl das wichtigste, was Religion an positivem leistet - aber dennoch wird sich mir nie erschliessen, wieso dieser Dialog nicht auch ohne Geistwesen möglich ist.

    Gottes-Killer Nietzsche hat eindeutig recht. :)

  7. der toby

    Deshalb mag ich Nietzsche ;-)

    Es ist die Aufgabe der Informations- und küntitigen Wissengesellschaft Denken und das was wir Spritualität nennen zu vereinen, ohne dabei in Aberglaube oder Esotherik zu verfallen.

  8. BLOG OFF ! » Anti?

    [...] genannt zu werden. Ich finde Religion, nicht nur die Jüdische, nämlich ganz prinzipiell scheisse. Jedoch finde ich viel erstaunlicher, dass nicht nur die Ablehnung der jüdischen Religion [...]


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